Wie schreibt man einen Roman?

Puhhh! Man nehme… eine Unmenge Zeit, Ausdauer und vor allem: Leidenschaft!
Und Geduld. Denn hat man mal ein Buch geschrieben, heisst es noch lange nicht, dass die Leute das dann auch lesen wollen. Mal ehrlich: Ist die Welt nicht übersättigt mit Büchern? Doch.

Und trotzdem. Trotzdem gibt es dieses gewisse Etwas, das einen antreibt, für seinen Traum zu kämpfen. Und da kommt noch ein wichtiges Kriterium, das sich einem in den Weg stellt und das nicht zu umgehen ist, wenn man ans Ziel kommen will: Man muss einstecken können. Denn was einem selbst gefällt, gefällt noch lange nicht jedem, und hört man dann erstmals Kommentare wie „zu lang“, „zu unrealistisch“, „zu hart“ oder „zu brav“, dann setzt man sich erst mal hin und brütet eine Weile, bis man merken muss, dass an der Kritik eben doch was dran ist… man gibt’s ja nicht gern zu, schliesslich hat man gerade an dieser Szene so lang rumgefeilt.

Nachdem man sich mit der Realität abgefunden hat, entdeckt man plötzlich neue Energie in sich, die einen antreibt, aus dieser Kritik das Beste zu machen.

Das heisst also: Eine Episode oder ein Kapitel abzuändern, zieht oft einen Rattenschwanz mit sich nach, und ehe man sich’s versiehst, schreibt man die Hälfte des Buches neu. Lohnt sich das überhaupt noch? fragt man sich. Aber irgendwie weiss man: Doch!

Und siehe da: Es hat sich doch gelohnt! Man erlebt, wie die Leute in der Umgebung positiv reagieren, wie man Dinge hört wie „Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen“ oder „Es war so spannend, ich habe am Schluss geheult“. Wow! Jetzt erntet man langsam, was man gesät hat.

Und dann geht man gestärkt und mit all den positiven Kommentaren auf die Verlage los. Und siehe da: Niemand hat auf einen gewartet. Wenn man Glück hat, dann nehmen sie das Buch wenigstens in die Hände. Aber oft geschieht nicht mal das.

Wenn man sehr grosses Glück hast, nimmt sich jemand sogar Zeit und lässt sich auf ein Gespräch ein, gibt konstruktive Tipps. Und alles andere, was darüber hinausgeht, ist ein Wunder, ein Geschenk oder wie man es nennen mag.

Und warum ist das so?

Es gibt drei Quellen, aus denen Verlage ihre Bücher beziehen. Als erstes haben sie ihre eigenen Autoren. Die schreiben über die Themen, die der Verlag in seinem Programm haben möchte. Die zweite Quelle sind die stetigen Neuauflagen älterer Bücher, die sich bewährt und verkauft haben. Zum dritten werden die fremdsprachigen Bücher übersetzt und ins Sortiment aufgenommen. Und damit hat der Verlag sein mehr oder weniger gesichertes Fundament.

Ein neuer, unbekannter Autor ist eben ein finanzielles Risiko. Der Verlag muss die Produktion finanzieren und hat keine Garantie, dass die Ausgaben wieder reinkommen. Das heisst, sollte das Buch wirklich so gut sein, dass es die Leute im Verlag überhaupt begeistert, dann muss der Verlag dafür, dass er das Buch produziert, auf ein anderes verzichten. Ausserdem muss das Buch ins Verlagsprogramm passen. Von hundert eingesandten Manuskripten wird allerhöchstens eines veröffentlicht.

Also kann man sich ausrechnen, wie klein die Chance ist!

Und trotzdem! Dass es möglich ist, durfte ich selbst erleben. Und ich glaube, das Geheimrezept heisst: Von ganzem Herzen, von Kopf bis Fuss, mit jeder Faser seiner Seele an seinen Traum zu glauben und dranzubleiben. Und alles andere als ein Geschenk von Gott anzunehmen, der Herzenswünsche erfüllt.